Walter von Reichenau, Generalfeldmarschall, Oberbefehlshaber Heeresgruppe Süd

Generalstab in WK1. Zur Zeit der Machtergreifung Leiter des Ministeramts im Reichswehrministerium. Einer der ersten Generäle, die die Nazis unterstützten, danach starker NS-Sympatisant. Spielt auf Seiten der Reichswehr ein wichtige Rolle bei den Ereignissen vom 30.06.34. Oberbefehlshaber der 6. Armee 1940. Folgte von Rundstedt als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd 01.12.41, starb kurz darauf an einem Schlaganfall in Poltawa.

Ferdinand Heim, Generalleutnant, Stabschef, AOK 6

Offizier in WK1. Diente in 100 000-Mann-Armee während der gesamten Weimarer Zeit. Oberst im Generalstab 01.09.39. Zum OKH versetzt 15.02.40. Unter von Reichenau zur Vorbereitung der Operation "Seelöwe" zum Generalstabschef der 6. Armee ernannt 03.09.40. Während des Einfalls in die UdSSR Hauptansprechpartner Blobels (SK 4a) beim AOK 6, überwachte Massaker in Lutsk, Zhitomir, Kiew, Charkow. Generalmajor 01.02.42, übernimmt Kommando über 14. Panzerdivision, HGr B. Von Schmidt abgelöst. 15.05.42. Dann verschiedene Kommandos in der UdSSR. Als der Versuch, der sowjetischen Operation Uranus als "Korsett" für die Rumänen zu widerstehen, im November 1942 scheiterte, befahl Hitler seine Verhaftung. Als Kommandierender General des XLVIII. Panzerkorps am 19.11.1942 arrestiert; die Division wurde in Stalingrad zerschlagen. 04.43. aus Haft entlassen. Befehlshaber von Boulogne-sur-mer 08-09.44. Bei Kriegsende Generalleutnant, von Briten gefangengenommen. Kriegsgefangener bis 02.48.

Erich von Manstein, Generalfeldmarschall, Oberbefehlshaber der 11. Armee, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Don, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd

Berufsoffizier. Verfasste den Originalplan zur Besetzung Frankreichs, den Hitler übernahm. Beteiligte sich am Entwurf für den Fall Barbarossa. Leitete LVI. Armeekorps (mot) in der UdSSR als General der Infanterie. Übernahm nach dem Tod von Schobert das Kommando der 11. Armee 12.09.41, besetzte Sewastopol 07.42, zum GFM befördert. Oberbefehlshaber der HG Don, dann der HG Süd 21.11.42 bis 03.44. Es gelang ihm nicht, die 6. Armee aus Stalingrad zu befreien. Für seine abschätzigen Kommentare gegen Hitler bekannt, äußerte er sich jedoch nie zur Vernichtungspolitik. Von Hitler 03.44 entlassen, schloss sich dennoch nicht der Verschwörung gegen Hitler an. Nach dem Krieg bis 1953 in Haft. Nach Entlassung schrieb er "Verlorene Siege" und arbeitete als Berater für die Bundeswehr.

Theodor Oberländer, Major, Kommandeur des Bataillons "Nachtigall", Kommandeur des kaukasischen Bataillons "Bergmann"

Ans Institut für Osteuropäische Wirtschaft der Königsberger Universität berufen 01.03.33, Professor 1934. Leiter des ""Bundes Deutscher Osten."" Studienreisen zur sozialen Situation in Osteuropa, veröffentlichte ""Die agrarische Überbevölkerung Polens"" 1935. Bildete und befahl für Abwehr II das Bataillon ""Nachtigall"", eine Legion ukrainischer Nationalisten und Krimineller, das am Massaker in Lemberg maßgeblich beteiligt war 07.41. Diente kurze Zeit als Abwehroffizier unter Koch. Bildete & trainierte das Bataillon (später Regiment) ""Bergmann"" im Herbst 1941zur Partisanenbekämpfung im Kaukasus. Brutale Führung, ließ zahlreiche unwillige Männer hinrichten. Führte Regiment ""Bergmann"" vor seiner Auflösung für kurze Zeit durch den Balkan. Leitete Ausbildungslager für Wlassow-Truppen in Dabendorf bei Berlin. Floh vor den Sowjets ins Protektorat als SS-Korrespondent, ergab sich US-Truppen 23.04.45. Ab 1953 sieben Jahre lang Bundesvertriebenenminister, als Minister entlassen 1960. In der DDR in Abwesenheit zu lebenslänglicher Haft verurteilt, annulliert 1993.

Friedrich Paulus, Generalfeldmarschall, Oberbefehlshaber der 6. Armee

Ordonnanzoffizier WK1, dann Freikorps. Nahm als Stabschef unter Reichenau an der Invasion Polens teil 09.39. Chefplaner des OKH Generalstab Mitte 1940, half bei Planung von Operation Barbarossa. Zu Beginn der Invasion kehrte er zu Reichenau als Stabschef der 6. Armee zurück. Ersetzte Reichenau als Oberbefehlshaber der 6. Armee 06.01.42. Befahl 6. Armee bei Stalingrad, ergab sich den Sowjets. Schließlich trat er nach Exekution seiner Freunde Hoepner und Witzleben dem Komitee Freies Deutschland bei. Ließ sich nach Freilassung aus Kriegsgefangenschaft 1953 in Ostdeutschland nieder. Starb an Krebs.

Reichenau mit Hitler

Historisches Material