Erich von dem Bach-Zelewski, SS-Obergruppenführer, General der Waffen-SS, General der Polizei, HSSPF Zentralrussland Bevollmächtigter des RFSS zur Bandenbekämpfung
Polnisch sprechende Mutter aus Masuren. Junker, Berufssoldat. WK1-Offizier, Freikorps und Reichswehr in den 1920ern. Gesellschaftlich geächtet, weil 2 Schwestern Juden geheiratet hatten, dient er hauptsächlich in Polizeieinheiten. Beitritt NSDAP 1930, SS 02.31. SS-Oberabschnittsführer in Ostpreußen und Schlesien nach 1934. Namenszusatz "von dem Bach" in den späten 1930ern erhalten. HSSPF Russland 22.6.1941. Führer der Einsatzgruppe B. Nahm an Exekution von Juden teil, verübte weitere Greueltaten. Zeuge der Szene in Minsk, wo Himmler die Exekution von Gefangenen beobachtete und fast ohnmächtig wurde. Sechs Monate schwer krank (Nervenzusammenbruch) 1942. Chef der Bandenkampfverbände 21.6.1943. Befehligte die Niederschlagung des Warschauer Aufstands im Sommer 1944. Sagte nach dem Krieg als Kronzeuge im Nürnberger Prozess aus. Nicht angeklagt. Schließlich festgenommen und 1961 wegen Morden an Röhm und Kommunisten zu lebenslanger Haft verurteilt. Starb in Münchner Gefängnis.
Walther Bierkamp, SS-Oberführer, Oberst der Polizei, Kommandeur SS-EGr D (RSHA)
Freikorps Bahrenfeld, 1919-21. Staatliches Jura-Examen 1928. Rechtsanwalt am Landesgericht Hamburg, 1928-37. Trat NSDAP 12.32 bei, SS 04.39. Chef Kripo-Leitstelle Hamburg 02.37-02.41. IdS Düsseldorf 15.02.41-24.06.42. BdS "Belgien-Nordfrankreich" (HQ: Paris) 09.41-04.42. Ersetzte Ohlendorf von 30.06.42 bis 15.06.43. Vorliebe für Kinderheime und Nervenheilanstalten. ESG D umbenannt in "Kampfgruppe Bierkamp" zur Bekämpfung von Partisanen in den Pripet-Sümpfen 02-05.43, dann aufgelöst. Zum BdS des Generalgouvernement (HQ Krakow 15.06.43-02.45) und HSSPF Südost (HQ Breslau 02.45-17.03.45) befördert. In Hamburg Selbstmord oder im Kampf gefallen.
Paul Blobel, SS-Standartenführer, Kommandeur SS-Sonderkommando 4a (EGr C), SS-Sonderkommando 1005
Protestant. Ingenieurs-Korps in WK1, Eisernes Kreuz erster Klasse; dann freiberuflicher Architekt. Trat NSDAP & SS 12.31 bei. Beitritt Stapo in Düsseldorf 05.33 und SD 01.06.34. Leitete SK 4a vom 06.41 bis 13.01.42. Tötete über 60.000 Menschen in der Ukraine. Leitete Babi-Jar-Massaker 29.-30.09.41, Charkow-Massaker 12.41. Aus "Gesundheits"-Gründen (Alkohol-Missbrauch) von Pflichten befreit 01.42, dann mit "Aktion 1005" unter Müller beauftragt 07.42-07.44. Leitete Einsatzgruppe "Iltis" gegen Partisanen in Jugoslawien 10.44. In Nürnberg zum Tode verurteilt und gehängt.
Rudolf Brandt, SS-Obersturmbannführer, später SS-Standartenführer und Ministerialrat
Beitritt NSDAP 1932. Ustuf. 1933. Stellvertreter Wolffs, ersetzte ihn 09.43. In die Abwicklung medizinischer Experimente verwickelt. Mit vielen von Himmlers Endlösungs-Befehlen betraut. Mitte 1943 befördert. Im Nürnberger Ärzteprozess zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Kurt Daluege, SS-Oberstgruppenführer, Generaloberst der Polizei, Leiter der Ordnungspolizei, Stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen und Mähren
Frontsoldat WK1. Freikorps-Mitglied, nahm an der Befreiung von Annaberg (Oberschlesien) teil. Dipl.-Ing. Arbeitete als Bauleiter. Trat NSDAP 1922 bei. Gründete Berliner SA 1926, stellv. Gauleiter. Wechsel zur SS, Leiter der Berliner SS 1928. Nach der Machtergreifung half er Göring als „Kommissar z.b.V.“ der Preußischen Staatspolizei bei Gleichschaltung der Preußischen Polizei. Beteiligt an den Morden anläßlich des "Röhm-Putsches" 06.34. Chef Orpo im HA SiPo 26.6.1936. Unterzeichnete Befehl zur Deportation der Reichsjuden 10.41. Ersetzte Heydrich nach dessen Ermordung als stellvertretenden Reichsprotektor in Böhmen und Mähren 06.42. Für das Lidice-Massaker verantwortlich. Schwer erkrankt 08.43, seiner Ämter enthoben; bei der Orpo durch OGruF Wünnenberg ersetzt, blieb er nominell stellvertretender Reichsprotektor bis 05.45. In Prag gehängt.
Adolf Eichmann (1930er Jahre), SS-Obersturmbannführer, Referent (RSHA) Abt. IV B 4, "Jüdische Angelegenheiten"
Zog nach Linz, Österreich 1914. Evangelische Kirche bis 1937. Ging auf dieselbe Realschule wie A.H., dann zwei Jahre Berufsschule. Mehrere Jobs, Handelsreisender für die Vacuum Oil Company 1928-33. Trat österr. NSDAP und SS am 01.04.32 auf Kaltenburnners Betreiben hin bei. Zog 1933 nach Deutschland, trat der österreichischen Legion bei und absolvierte Ausbildung in Dachau. Meldete sich freiwillig beim SD Hauptamt 10.34. In das Referat II 112 (Judenangelegenheiten) versetzt, von von Mildenstein 1935. Heiratete 1935. Diente unter Wisliceny. Mission in Palästina mit Hagen 10-11.37. Ustuf. 01.38. Nach Anschluss als Judenberater nach Wien versetzt. Schuf mit Günthers, Brunner u. a. die ZJA (Zentralstelle für jüdische Auswanderung) in Wien. Gründete ZJA in Prag 04.39. Kam mit Stahlecker auf die Idee der Lublin-Reservate 09.39. Hstuf., zum Leiter der Reich-ZJA ernannt 10.39, dann zum Offizier und Leiter des RSHA/IV/D/4 19.12.39. IV/D/4 eingerichtet 02.40. An Ausarbeitung des Madagaskar-Plans beteiligt 1940. Vertrieb Juden aus Baden und Pfalz nach Südfrankreich 10.40. IV/D/4 + II/A/5 umbenannt in IV/B/4 mit erweiterten Machtbefugnissen 03.41., Ostubaf. 11.41. Mehrere Besichtigungen von Tötungsanlagen (Kulmhof, Belzec, Treblinka, Minsk, Lemberg, Auschwitz) Herbst-Winter 1941-42. Half bei Vorbereitung der Wannsee-Konferenz, zeichnete Heydrichs Rede auf, führte Protokoll. Lud zu anschließenden ministeriellen Planungstreffen 03-06.42. Jüngerer Bruder in Stalingrad Ende 1942 getötet. Organisierte & leitete SEK Eichmann zur Deportation ungarischer Juden 03.44. IV/B/4 wird IV/A/4b 01.04.44. Führte in Ungarn mit Brand & Kastner "Blut für Ware"-Verhandlungen. Rückkehr nach Berlin Ende 12.44. In den Süden versetzt, um Partisanenkrieg anzuführen, Ende 04.45, Fiasko. Lebte nach dem Krieg unter falschem Namen in Deutschland, zog 1950 nach Argentinien. Von Israelis gekidnappt 05.60, Prozess in Jerusalem 1961, zum Tode verurteilt und gehängt.
Hermann Fegelein, SS-Oberführer, Verbindungsoffizier Himmlers bei Hitler
Früherer Stallknecht. Kommandeur der 8. SS-Kavallerie-Division "Florian Geyer" 1941-43. Inspekteur für Reit- und Fahrwesen im SS-FHA und Kommandeur der Kampfgruppe Fegelein. Zum Verbindungsoffizier Himmlers bei Hitler nach Wolffs Krankheit ernannt, a.V. 04.43 und ständig ab 09.43. Heiratete 1944 Eva Brauns Schwester Gretl. Nach Fluchtversuch außerhalb des Führerbunkers auf Hitlers Befehl hin erschossen.
Odilo Globocnik, SS-Gruppenführer, Generalleutnant der Polizei, SSPF, Distrikt Lublin, Generalgouvernement. Leiter der "Aktion Reinhardt"
"Bauleiter. Beitritt NSDAP 01.31, SS 1934. Gefängnisstrafe für Mord an jüdischem Juwelier 1933. Schrieb gefälschtes Schuschnigg-Telegramm, um den Anschluss vorzubereiten 03.38. Gauleiter von Wien 05.38, MdR und Staatssekretär. Entlassen 01.39 wegen illegaler Währungsgeschäfte, aus der SS ausgeschlossen. Wiederaufnahme in die SS, zum BrigadeF befördert und als SSPF (SS- und Polizeiführer) nach Lublin versetzt 9.11.39. Leitete "Aktion Reinhardt". Bevollmächtigter Himmlers als RKF (Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkstums) 07.41-01.42. Befördert zum Gruf. 11.42. Nach Konflikt mit SS-Führern (und möglicherweise der Korruption und des Machtmissbrauchs beschuldigt) als HSSPF (Höherer SS- und Polizeiführer) der ""Operationszone Adriatisches Küstenland"" nach Triest versetzt. Deutsches Kreuz in Silber 01.45, in Gold 02.45. Beging in Kärnten Selbstmord mit Zyankali, um der Gefangennahme durch britische Truppen zu entkommen. "
Reinhard Heydrich, SS-Obergruppenführer, Chef SiPo & SD, Stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen und Mähren
Stammt aus einer Familie von Musikern, war selbst ein hervorragender Violinist. Katholische Oberschule. Von Gerüchten jüdischer Abstammung geplagt, die offensichtlich falsch waren. 1918 Deutsch-nationaler Jungbund, 1920 Deutschvölkischer Schutz- und Trutzbund. Seekadett 1922, diente als Signaloffizier, einmal unter Canaris. Von Raeder 1931 nach unwürdigem Verhalten (falsches Heiratsversprechen) verabschiedet. Trat NSDAP und SS 1931 bei, baute für Himmler Nachrichtendienst des SS-Oberstab auf, Juli 1932 Leiter SD. Chef der bayerischen Politischen Polizei 03.33. Leiter des SD 11.33. Leiter des Preußischen Gestapa 22.04.34. Einer der Anführer bei Niederschlagung des Putsches vom 30.06.34. Leiter der SiPo (Gestapo & Kripo) 26.08.36. Einer der vehementesten Verfechter der Judenpolitik nach 24.01.39. Vereinte SD, Gestapo & Kripo als RSHA 27.09.39. Bildete Einsatzgruppen in Polen Ende 1939 (Ermordung der polnischen Intelligenz) und für Russland 06.41. Von Göring zum "Beauftragtenfür die Endlösung der europäischen Judenfrage" ernannt am 31.07.41. Zum stellvertretenden Reichsprotektor von Böhmen und Mähren ernannt 27.09.41. Leiter der Wannseekonferenz 20.01.42. Starb an Verletzungen nach Anschlag tschechischer Widerstandskämpfer in Prag.
Reinhard Heydrich, SS-Obergruppenführer, Chef SiPo & SD, Stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen und Mähren
Friedrich Jeckeln, SS-Obergruppenführer, General der Waffen-SS, General der Polizei, Staatsrat, HSSPF Russland-Süd, HSSPF Ostland und Russland-Nord
Freikorps. Beitritt NSDAP 10.29 und SS 03.30 als StubaF. GruF. 02.33. Kdr. I. SS-Totenkopf-Inf.-Reg. (2. SS-Totenkopf-Div.) an der Westfront 05-06.40. HSSPF Mitte in Braunschweig 1938. 1940 HSSPF West in Düsseldorf. 1941 HSSPF Rußland-Süd, Ukraine, 23.06.-01.11.41. Ab November 1941 HSSPF Ostland in Riga und HSSPF Rußland-Nord. Von Sowjets in Riga verurteilt und am selben Tag gehängt.
Ernst Kaltenbrunner, SS-Obergruppenführer, General der Waffen-SS, General der Polizei, Staatssekretär, Chef SiPo & SD
Anwaltssohn. Universität Graz, studierte erst Chemie, dann Jura; Doktortitel 1926. Anwalt in Linz. Trat österreichischer NSDAP 10.30, SS 08.31 bei. Von österreichischen Behörden eingesperrt 01-04.34. Leiter des (geheimen) SS-Abschnitts VIII (Linz) 15.06.35-12.03.38. Wiederverhaftet 05.35, Berufsverbot. Leiter des SS-Oberabschnitts Donau 01.37. Staatssekretär für das Sicherheitswesen im Kabinett 11.03.38. Nach Anschluss HSSPF (Höherer SS- und Polizeiführer) Donau 03.38. Half Schellenberg beim Aufbau des RSHA/VI als Gegengewicht zu Canaris' Abwehr. NSDAP Blutorden (=höchstes Ehrenzeichen der Partei) 05.42. Ersetzte Heydrich als Leiter des RSHA & Chef der SiPo und des SD 30.01.43. Staatssekretär im RMdI. Verbündete sich gegen Ende des Kriegs mit Bormann gegen Himmler. Angeklagter in Nürnberg, erhängt.
Hans Kammler, SS-Gruppenführer, Generalleutnant der Waffen-SS, Leiter der Amtsgruppe
Im WK1 vermisst, trat Freikorps Roßbach 1919 bei. Studierte Architektur (Fachrichtung Hochbau) in Danzig & München 1919-23. Dipl.Ing. Architektur 1923. Arbeitete als Architekt für Berliner Stadtregierung an Siedlungsprojekten. Beamtenprüfung 1928. Plante landwirtschaftliche Siedlungen 1930. Referent im Arbeitsministerium 1931. Beitritt NSDAP 1932, Freiwilliger der SS 1933 im RuSHA ( Rasse- und Siedlungshauptamt). Arbeitete im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft unter Darré nach 1933, stieg zum Divisionsleiter auf. Dann Regierungsbaurat im Reichsluftfahrtministerium 1936-41. Wechselte auf Himmlers Zureden zur SS 06.41 als Leiter des SS-Hauptamt (HA) H&B/Amt II, später WVHA/C. Betreute den Bau von Auschwitz und vieler anderer KZ. Ebenso unterirdische Waffenfabriken und zahlreiche andere, mit Sklavenarbeit umgesetzte Projekte. Wurde als Nachfolger Speers gehandelt. Gruf. 30.01.44; bis dahin berichtete er direkt an Himmler, überging Pohl; bildete Sonderstab Kammler zur Kontrolle der unterirdischen Bauprojekte. Anfang 1945, die V1- & V2-Programme vollständig unter seiner Kontrolle, berichtete er direkt an Hitler. Soll von seinem Adjutanten, Ostubaf. Schleiff, in Prag absichtlich erschossen worden sein.
Arthur Liebehenschel, SS-Obersturmbannführer, Stellvertretender Generalinspekteur der KZ-Leiter, Amt D/I (Zentralbüro) Kommandant von Auschwitz I & Majdanek
Reichswehr nach WK1. Beitritt NSDAP und SS 1932. Stieg über Totenkopfverbände in höhere Verwaltungspositionen in der Inspektion der KZ und im WVHA (Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt) auf, 1937 Abteilungsleiter im Stab des Führers der SS-Totenkopfverbände. Wurde Kommandant von Auschwitz I (Stammlager) und Standortkommandant nach Höß' Abschied 11.11.43-08.05.44. Nach Majdanek versetzt 19.05.-22.07.44; später nach Triest versetzt, wo er unter Globocnik diente. Von Amerikanern verhaftet, an Polen ausgeliefert; in Krakau verurteilt und gehängt.
Heinrich Müller, SS-Gruppenführer Generalleutnant der Polizei, Reichskriminaldirektor, Oberregierungsrat, Amtsleiter
Katholik. Ausbildung zum Flugzeugmechaniker. Arbeitete im Münchner Polizei-HQ nach 1919, kämpfte mit illegalen Methoden gegen Kommunisten. Mitglied der Bayerischen Volkspartei, ausgesprochener NS-Gegner bis 1933. Kriminalobersekretär in der Bayerischen Politischen Polizei 1933. Beitritt SS 1934. Blieb als Mitarbeiter Heydrichs in der Stapo. Schlüsselrolle während der Nacht der langen Messer (Niederschlagung des "Röhm-Putsches"). Trat erst 1939 der NSDAP bei, nach starkem Widerstand aus der Partei-Kanzlei. Stellvertretender Leiter der Reichszentrale für jüdische Auswanderung 1939. War an der Inszenierung des Überfalls auf Gleiwitz beteiligt 08.39. Befördert zum Leiter von Amt IV, ebenso zum stellvertretenden Leiter von SP & SD nach Bildung des RSHA 09.39. Direkter Vorgesetzter Eichmanns. Unterzeichnete Schießbefehl auf geflohene Kriegsgefangene 03.44. Nach dem 20. Juli sehr aktiv, bewilligte Folter von Verdächtigen, Verleihung des Ritterkreuz des KVK (Kriegsverdienstkreuzes) 10.44. Zuletzt gesehen in der Reichskanzlei 01.05.45 mit seinem Funkexperten Christian Scholz, weigerte sich, mit den Ausbruchsgruppen zu fliehen. Spätere Versuche, seine Leiche zu exhumieren, scheiterten; hartnäckige Gerüchte, wonach er überlebt und für sowjetische und US-Nachrichtendienste gearbeitet hätte. CIA-Akten, die 1998 freigegeben wurden, beweisen, dass die USA ihn nie lebend fand.
Arthur Nebe, SS-Gruppenführer, Reichskriminaldirektor, Kommandeur, Amtsleiter
Sohn eines Hugenotten, wollte Theologe werden, studierte hebräisch. Freiwilliger des WK1, Pionierkorps, Leutnant, zweimal bei Gasangriffen verwundet. Studierte Jura und Rechtsmedizin in Berlin, ging zur Polizei 04.20. Beitritt NSDAP 07.31, SA 11.31, förderndes Mitglied der SS. Bildete Nazigruppen innerhalb der Berliner Kripo 1932. Ging zur Gestapo 01.04.33. Wechselte von der SA zur SS 12.36. Leiter der Kripo 30.06.37. Unterhielt engen Kontakt zum Widerstand (Beck, Gisevius), vor allem nach der Armeekrise von 1938. Als Verbindungsoffizier zwischen Brack und Dr. Widmann am Euthanasie-Programm beteiligt. Arbeitete mit Eichmann im Herbst 1939 an der Deportation von Zigeunern. Meldete sich freiwillig an die Ostfront, zum Kommandeur der EGr B 06.41 ernannt. Experimentierte mit dem Einsatz von Sprengstoff zur Tötung von Juden in Minsk 09.41. Kehrte nach Berlin zurück 11.41, nachdem er 44 467 Menschen getötet hatte. "Menschliches Wrack, das unter Verfolgungswahn litt." 07.43. Verhaftete nach dem 20. Juli Verschwörer, tauchte aber dann unter 23.07.44. Verhaftet 16.01.45 nach vorgetäuschtem Selbstmordversuch. Aller Ämter enthoben, vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Nach dem Krieg wurde ein Film von einer primitiven Gaskammer in seiner Wohnung gefunden.
Franz Novak, SS-Hauptsturmführer, Leiter des Arbeitsgebietes Transport im Referat IV/B/4a
Angestellter in Druckerei. Hitlerjugend 1929, NSDAP 1933. An Putschversuch in Österreich beteiligt 1934. SS 05.38. SD Wien, Stabsmitglied der ZJA (Zentralstelle für jüdische Auswanderung) in Wien 06.38. Zur ZJA Prag versetzt im Sommer 39. Nach Berlin ins Referat IV/D4 versetzt 12.39. Leiter der Unterabteilung Transport im Referat IV/B4: zuständig für Fahrplanverhandlungen mit der Reichsbahn. Aktive Rolle im SEK Eichmann in Ungarn 1944, zeitliche Planung der Züge. Zur Waffen-SS an die Ostfront versetzt gg. Ende 44. In Österreich 1961 festgenommen, zu acht Jahren Gefängnis verurteilt, bei Wiederaufnahme des Verfahren 1966 freigesprochen. 1972 in erneutem Verfahren in Wien zu 7 Jahren Haft verurteilt.
Otto Ohlendorf, SS-Standartenführer, später SS-Gruppenführer, Generalleutnant der Polizei, Ministerialdirektor, Leiter Amtschef, Leitender Direktor
Abschlüsse an zwei Universitäten (Leipzig, Göttingen). Beitritt NSDAP 05.25, SS 1927. Assistent am Institut für Weltwirtschaft in Kiel 10.33, vom Professor an SD vermittelt. Abteilungsleiter am Institut für angewandte Wirtschaft in Berlin 01.35. Vom SD als Leiter von HA II23 (Wirtschaft) unter Höhn angestellt 1936. Zum Personaldirektor des ZA II2 unter Höhn befördert 04.37. Himmler nannte ihn dem "Gralsritter" des Nationalsozialismus. Nach Höhns Sturz im Sommer 36 zum wirtschaftlichen Berater des SD degradiert. Leitender Direktor der Reichsgruppe für Handel unter Hayler von Frühjahr 38 bis 43, veröffentlichte Artikel, die den freien Handel verteidigen. Leitete RSHA/III (SD-Inland) nebenamtlich 1939-45. Kommando über EGr D nach zweimaliger Ablehnung 06.41-07.42. Für den Tod von 90 000 Menschen, hauptsächlich aus Bessarabien und dem Kaukasus, verantwortlich. Von Himmler in Nikolajewsk zum OberF befördert, 05.10.41, BgF. 16.06.42. Bekämpfte nach Rückkehr aufs heftigste Speers Prinzip des industriellen Selbstverwaltung. Zum Ministerialdirektor für wirtschaftliche Organisation und Industrie und Bevollmächtigten des Staatssekretärs ins Wirtschaftsministerium befördert 08.43-05.45 (löste Kehrl ab, der zu Speer ging). GruF. 09.11.44. Ergab sich den Briten 23.05.45. In Nürnberg verurteilt und gehängt.
Oswald Pohl, SS-Obergruppenführer, General der Waffen-SS,Leiter, Ministerialdirektor
Trat 1912 der Marine bei. Zahlmeister des Freikorps Löwenfeld in Berlin, Oberschlesien und Ruhrgebiet 1919-20. Dann Oberzahlmeister der Marine in Kiel. Beitritt NSDAP 1926, Marine-SA 1926. Traf Himmler 22.05.33 in Kieler Casino, Beitritt SS 09.11.33. Leiter des Verwaltungsamts im SS-Hauptamt 1934; auch Bevollmächtigter des NSDAP-Schatzmeisters. Sein Amt wurde zu einem Hauptamt: HA für Verwaltung und Wirtschaft (VWHA) 20.04.39; auch zum Leiter des neuen Hauptamts Haushalt und Bauten (HA-HB) ernannt. Bildete und leitete DWB (Deutsche Wirtschaftsbetriebe) GmbH 1940. Alle diese Ämter wurden im WVHA zusammengefasst 01.02.42. Auch Inspektorat der KZ wurde als Amtsgruppe D ins WVHA eingegliedert 03.03.42. Als Leiter des WVHA für die wirtschaftlichen Aspekte der Endlösung zuständig. Versteckte sich nach dem Krieg, wurde aber verhaftet 05.46. In Nürnberg verurteilt und gehängt.
Walter Schellenberg, SS-Brigadeführer, Generalmajor der Polizei, Generalmajor der Waffen-SS, Amtschef
Studierte Jura an der Universität Bonn, war Gerichtsassistent in Bonn und Düsseldorf. Trat NSDAP & SS 1933 bei, SD 1934. Nach dem zweiten Staatsexamen arbeitete er als Assessor im Gestapa 1936. Leiter des RSHA/IV E (Spionageabwehr) 09.39. Verfasste Abkommen zwischen Armee (Wagner) und RSHA (Heydrich) über Zusammenarbeit der Einsatzgruppen mit der Wehrmacht 04.41. Als stellvertretender Leiter ins Amt VI versetzt 07.41. Folgte Jost als Chef von Amt VI 06.42. Stieg nach dem Sturz Canaris' zum Chef der Reichsgeheimdienste auf 18.02.44, es gelang ihm schließlich, im Sommer 1944 Amt VI und Abwehr als "Amt Mil" zu vereinigen. Gegen Kriegsende von Dönitz zu Verhandlungen nach Schweden geschickte. In Nürnberg zu sechs Jahren Haft verurteilt, Juli 1950 entlassen. Schrieb Memoiren und starb in Turin an Leberkrankheit.
Erwin Schulz, SS-Brigadeführer, Kommandeur
1921 Freikorps Oberland. Studierte Jura an der Universität Berlin (2 Semester). Mitarbeiter der Dresdner Bank. Beitritt NSDAP 05.33, SS 04.35. Gestapo-Mitglied. 1935 Gestapochef Bremen. Leiter der Führungsschule des SD in Berlin-Charlottenburg. April 1940 KdS Hamburg. Leiter Ek 5a 06-09.41. Bat um Rückbeorderung nach Berlin, als er den Befehl erhielt, Frauen und Kinder zu erschießen. Ins Gestapo-HQ Berlin versetzt. Leiter RSHA/I 02.43. KdS Salzburg 01.05.44. HSSPF Alpenland (Salzburg) 04.45. Im Nürnberger Einsatzgruppen-Prozess zu 20 Jahren Haft verurteilt, 1954 entlassen.
Helmut Knochen, SS-Standartenführer, BdS (Befehlshaber der Sicherheitspolizei) Frankreich
Studierte Geschichte und Englisch an den Universitäten Leipzig und Göttingen, arbeitete als Lehrer und Redakteur. Trat 1932 NSDAP bei, SS 1936, ging zum SD. Einer von Höhns jungen Intellektuellen. Leitete HA II 11 (Weltanschauung), dann HA II 12 (Gegnerformen). Zum KdS von Paris ernannt 1940, zum BdS von Frankreich 1942, an Deportation französischer Juden und Hinrichtung von Widerstandskämpfern und Geiseln beteiligt. Nach Befreiung Frankreichs in die Leibstandarte "Adolf Hitler" versetzt. Von britischem Gericht zum Tode verurteilt 06.46, wurde nicht vollstreckt. An Frankreich ausgeliefert 10.46, erneut zum Tode verurteilt 9.10.1954. Urteil 1958 umgewandelt in Lebenslänglich, von De Gaulle begnadigt 1962. In Offenbach in Rente.
Franz Six, SS-Brigadeführer, Kommandeur, Amtschef, Abteilungsleiter
Beitritt NSDAP & SA 05.30. Studierte 1930-34 an der Heidelberger Universität. Führte SA-Einheiten nach 1933. Doktortitel 1934. Von Hohn für SD angeworben 1935, versetzt zur SS 04.35. Habilitation 1936. Fakultätsleiter für ausländische Wirtschaft an der Universität Berlin 1938. Leiter SD-HA/II/1 (Weltanschauliche Gegner) & SD-HA/II 2 (Lebensgebietsmäßige Auswertung) Mitte 37-08.39. Leiter des EK Österreich 03.38. Amtschef des RSHA/II (Organisation, Verwaltung & Recht) 09.39, RSHA/VII (Weltanschauliche Forschung und Auswertung) 01.41. Vor Krieg vielgereist. Kdr. VK Moskau 20.06-20.08.41. Chef der Kulturpolitischen Abteilung, dann der Informationsabteilung im AA 09.42-05.45. Arbeitete nach dem Krieg für die US-Armee. Verhaftet 1946, mit Ohlendorf im ESG-Prozess angeklagt. Zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt, begnadigt 1952. Von Gehlens westdeutschem Nachrichtendienst angeworben. Werbechef für Porsche-Diesel.
Eugen Steimle, SS-Standartenführer, Kommandeur
Studierte Geschichte, germanische Sprachen und Französisch an den Universitäten Tübingen & Berlin. Beitritt NSDAP 05.32, SA 1932-36. Dann SD-Mitglied. Gruppenleiter des RSHA VI B (Deutsch-italienisches Einflussgebiet), danach SK. Leitete Sk 7a 07.09.41-15.01.42, Sk 4a 08.42-01.43. In Nürnberg zum Tode verurteilt, in Haftstrafe umgewandelt, 1954 entlassen. 1955-1975 am ev. Gymnasium in Wilhelmsdorf Lehrer.
Christian Wirth, Kriminalkommissar, Hauptmann der Polizei, SS-Sturmbannführer, Inspekteur der SK Einsatz Reinhard
Unteroffizier während WK1, hochdekoriert. Polizeidienst nach dem Krieg. Beitritt NSDAP 1923 und 1931. Kommissar der Stuttgarter Kripo 1939 und Beitritt SS. Ende 1939 ins Euthanasie-Programm an der Psychiatrischen Klinik Grafeneck berufen, dann nach Brandenburg versetzt. Begann dort mit den ersten deutschen Gaskammer-Experimenten (mit Kohlenmonoxid) 01.40. Inspekteur der Euthanasie-Anlagen Mitte 1940. Dezember 1941 erster Kommandant Belzec. Ab 1.8.1942 Inspekteur der Vernichtungslager, Titel: "Abteilung Reinhard - der Inspekteur des SS-Sonderkommandos beim SS- und Polizeiführer Lublin"; auch Kommandant des KZs "Alter Flughafen" in Lublin. Nach Himmlers Besuch zum Stubaf. befördert 03.43. Im Herbst 1943 mit "Aktion Reinhardt" nach Triest versetzt, um Juden in Vernichtungslager zu deportieren. Auf dem Weg nach Fiume (Rijeka) von Partisanen getötet.
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